Chronik der Umsetzung in Vilsbiburg
In Vilsbiburg entsteht ein Bürgergasthaus mit integrierter Schaubrauerei. Betreiberin ist eine Bürgergenossenschaft. Das Haus entsteht neben Veranstaltungssaal und Musikschule. Dazwischen wird ein öffentlicher Platz angelegt. Die Schaubrauerei braut vor Ort, öffnet für Führungen und Bildungsformate und stärkt die Innenstadtfrequenz.
Ziele und Nutzen
Innenstadtbelebung: öffentlicher Platz, kurze Wege zwischen Kultur und Gastronomie, kontinuierliche Frequenz.
Bürgerbeteiligung: Genossenschaft beschafft und betreibt Brautechnik, verwaltet Räume, entscheidet lokal und transparent.
Regionale Identität: sichtbares Brauhandwerk, regionale Küche, Formate für Vereine, Schulen, Gruppen.
Nachhaltige Stadtentwicklung: gemeinwohlorientiertes Nutzungskonzept, stabile Verankerung in der Bürgerschaft.
Stand der Entscheidungen
Stadtrat: Projekt beschlossen und in die Hochbau-Projektliste aufgenommen; Zielrealisierung bis Ende 2028 auf dem ABV-Gelände.
Trägerschaft: Genossenschaft gegründet; Nutzungshoheit und Betrieb liegen in Bürgerhand.
Umsetzung: Überführung in das Kommunalunternehmen VibKo beschlossen; Vergabeverfahren für Architektur gestartet; Kapitalabruf an Mitglieder erfolgt.
Wie aus einer Idee ein Plan wurde
Am 29. Juli 2021 wurde öffentlich diskutiert, wie eine Genossenschaftsbrauerei in Vilsbiburg funktionieren kann. Die Grundidee: Die Stadt stellt das Gebäude, die Ausstattung der Brauerei kommt aus Bürgerhand. Nach vielen Gesprächen entscheidet sich die Gruppe für einen eigenständigen Weg ohne Partnerbrauerei. Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, die Gründung zu begleiten und die Gebäudekosten zu kalkulieren. Ab diesem Zeitpunkt wird aktiv nach Menschen gesucht, die mitarbeiten.
Am 27. April 2022 nimmt eine Projektgruppe die Arbeit auf. Gemeinsam mit dem Genossenschaftsverband entsteht die Satzung. Die Zusammenarbeit mit HeimatUnternehmen Isar-Inn und Kontakten aus dem bayernweiten HU-Netzwerk sorgt für Tempo und Struktur. Die Website geht live, Absichtserklärungen werden verteilt, Referenzbetriebe besichtigt, der Geschäftsplan nimmt Form an. Über HeimatUnternehmen entsteht der Kontakt zur Hans-Lindner-Stiftung. Diese Phase ist geprägt von Recherche, klaren Rollen, belastbaren Zahlen – und der Frage, ob die Stadtgesellschaft das Projekt wirklich will.
Die Antwort liefert das Jahr 2023. Zum Start des Volksfestes erscheint am 15. Juni die Vilsbiburger Brauereizeitung. Sie erklärt Idee, Aufbau und Nutzen. Auf dem Volksfest ist die Resonanz hoch. Viele Menschen zeichnen Absichtserklärungen. Vom 10. Oktober bis 31. Dezember 2023 läuft die Routine aus wöchentlichen Abstimmungen, Finanzmodellen, Protokollen. Mit der Hans-Lindner-Stiftung werden erste Zahlen diskutiert. Parallel läuft die Namenssuche – offen, online und mit der Möglichkeit, Vorschläge einzureichen. Am Ende setzt sich „Angerbräu Vilsbiburg“ durch.
Entscheidungen, die den Weg freimachen
Am 8. März 2024 wird die Genossenschaft gegründet. Vorstand und Aufsichtsrat sind gewählt, die Trägerschaft ist handlungsfähig. Der Name steht inhaltlich, die formale Bestätigung ist für die Generalversammlung 2025 vorgesehen.
Am 24. Juli 2024 beschließt der Stadtrat das Gasthaus mit Schaubrauerei. Am 2. August 2024 nimmt er das Vorhaben in die Hochbau-Projektliste auf – mit dem Zielhorizont Ende 2028 und dem Standort auf dem ABV-Gelände. Damit gibt es politische Klarheit und eine belastbare Terminlogik.
Am 24. Februar 2025 überträgt der Stadtrat das Projekt an das Vilsbiburger Kommunalunternehmen VibKo. Am 7. April 2025 folgt die Satzungsänderung. Das schafft eine klare Zuständigkeit und ermöglicht Vorteile, unter anderem bei der Umsatzsteuer.
Am 11. Mai 2025 werden die Unterlagen in Vilsbiburg notariell beurkundet. Der Geschäftsplan liegt fixiert vor. Zuständigkeiten, Abläufe und wirtschaftlicher Rahmen sind definiert. Im Sommer 2025 wird die Angerbräu Vilsbiburg e.G. ins Genossenschaftsregister eingetragen. Im August gehen Website, Wappen und Logo offiziell an den Start. Der Auftritt ist damit konsistent – von der Hausbeschilderung bis zum Etikett.
Was jetzt passiert
Die Stadt hat am 16. Juli 2025 das Vergabeverfahren (VgV) zur Architekturauswahl gestartet. Ziel ist ein Planungsteam, das Gastronomie, Schaubrauerei und Platzraum funktional zusammenführt. Am 29. Juli 2025 informiert die Genossenschaft über den Zwischenstand und die Taktung: Architektenkür, Entwurfsplanung, Ausschreibungspakete, technische Spezifikation der Brauanlage. Am 31. Juli 2025 wird das neue Wappen der Genossenschaft vorgestellt. Am 4. November 2025 folgt der Aufruf zur Einzahlung der gezeichneten Anteile. Über 1,3 Millionen Euro sind verbindlich zugesagt. Mit den Einzahlungen werden Planungsleistungen, Vergaben und erste Beschaffungen finanziert.
Was als nächstes kommt
In den nächsten Monaten werden Vorentwürfe vorgestellt und das Funktions- und Flächenprogramm festgelegt. Es folgen Entwurfs- und Ausführungsplanung, die Spezifikation der Brauereitechnik, die Gestaltung des Platzes und die Programmierung des Betriebs: Jahreskalender für Führungen und Verkostungen, feste Slots für Vereine, Bildungsangebote für Schulen, klare Schnittstellen mit Veranstaltungssaal und Musikschule.
Warum sich Mitmachen lohnt
Das Bürgergasthaus mit Schaubrauerei ist Treffpunkt, Lernort und Wirtschaftsbetrieb in einem. Es zeigt, wie Bürgerbeteiligung im Alltag funktioniert. Wer Anteile zeichnet oder sich ehrenamtlich einbringt, gestaltet einen Ort mit, der die Stadtmitte nicht nur beschreibt, sondern mit Leben füllt.
