Angerbräu Vilsbiburg Brauereizeitung mit Bild von drei Maßkrügen

Die „Vilsbiburger Brauereizeitung“ erscheint – Auftakt einer Bewegung

Erste Ausgabe der Vilsbiburger Brauereizeitung

Im Juni 2023 lag sie plötzlich in vielen Briefkästen, Läden und Wirtshäusern: die erste Ausgabe der Vilsbiburger Brauereizeitung. 10.000 Exemplare machten eine Idee sichtbar, die bis dahin vor allem in Gesprächen, Workshops und Stammtischrunden gewachsen war. Entwickelt wurde das Heft als gemeinsames Projekt – mit Strategie und Prozessbegleitung durch Querfeld.Design, Redaktion und Layout von westenthanner.media. Damit erhielt der Plan, in Vilsbiburg wieder eine Brauerei zu etablieren, erstmals ein gedrucktes Gesicht.

Inhalt & Haltung – „Gemeinsam, Nachhaltig, Frech“

Die Ausgabe definierte einen klaren Werterahmen: Gemeinsam – Nachhaltig – Frech. „Gemeinsam“ steht für ein weltoffenes, familiäres Miteinander in der Genossenschaft. „Nachhaltig“ meint Qualität, Regionalität sowie ökologisches und ökonomisches Verantwortungsbewusstsein. „Frech“ setzt auf Erlebnisreichtum, Offenheit und Fortschritt – auf die Freude am Außergewöhnlichen. Diese Werte wurden ausdrücklich als Leitbild für die künftige Arbeit formuliert.

Neue Brauerei mit Gasthaus am Färberanger

Die Zeitung verband die Idee mit der Innenstadtstrategie: Am Färberanger – dem ehemaligen Haslbeck‑Gelände – soll eine Schaubrauerei mit Brauereigasthaus entstehen. Ziel ist ein fußläufig erreichbarer Treffpunkt, der Gastronomie, Kultur und Begegnung zusammenführt und so die Innenstadt spürbar belebt.

Neben einer historischen Zeitleiste – von der Verleihung des Stadtrechts 1323 über die Brauereivielfalt früherer Jahrhunderte bis zur Schließung der ABV 2001 – enthielt die Ausgabe auch einen „Zeitungsartikel aus der Zukunft“. Aus Sicht des Jahres 2030 wird dort eine lebendige Braukultur beschrieben, die Stadtraum, Biergarten an der Vils und Bräustüberl verbindet. Dieses Zukunftsbild sollte als gemeinsamer Orientierungsstern dienen.

Aufruf zum Mitmachen – Brauerei-Genosse werden

Praktisch gedacht bot die Zeitung eine Absichtserklärung zum Herausnehmen bzw. als Download an. Ein Anteil war mit 1.000 € definiert; entscheidend: eine Stimme pro Mitglied, unabhängig von der Anzahl der Anteile – ein faires Prinzip der Beteiligung. Die Botschaft: Jetzt unterschreiben, damit aus der Idee eine Genossenschaft und aus der Vision ein Ort wird.

Rückblickend markiert die Veröffentlichung der Brauereizeitung einen Wendepunkt: Aus einer wachsenden Initiative wurde eine öffentliche Bewegung. Sie legte Werte, Standortidee und Mitmachwege offen – und legte den Grundstein für alles, was danach folgte: die Gründungsversammlung, die Wahl der Gremien, die wachsende Zahl an Mitgliedern und die nächsten sichtbaren Schritte im Stadtbild. Oder anders gesagt: Die Brauereizeitung war das erste Kapitel, das Vilsbiburg seither gemeinsam schreibt.